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Taubertalcup 2008
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Helene, Du hast F gewonnen, dann schreibst du den Bericht für uns! - Oh nein, gerade jetzt vor Ostern! - Aber du bist auch in der Open gestartet, hast echt einen Eindruck, kannst etwas sagen, komm schon!
Ok, ok, ok ... aber ich habe keine Ahnung, womit ich bei dieser Wahnsinnsveranstaltung beginnen soll. Als der Prüfungstag für mich nach der F und O um ca. halb drei erfolgreich und ohne die befürchteten Regengüsse beendet war, und wir uns so gegen halb fünf im Gesellenhaus zur Ergebnisverkündung einfanden, dauerte noch eine gute Stunde, bis Sonderleiterin Sandra Ziegler alle bedankt hatte.
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Es wurde bei diesem zahlenmäßig bislang vermutlich größtem Working Test klar, welchen Aufwand die Unterschtützung der Prüfung für die einzelnen beteiligten Organisatoren und Helfer bedeutete. Bevor ich von der aufgeweichten, verschlammten und teils tief zerfurchten Parkwiese fuhr, waren die meisten bereits aus eigener Kraft oder mit Hilfe von Jeep-Aficionados weggefahren. Da brauchen die Revierinhaber einen guten Kontakt zu Bauern.
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Die Jagdpächter um André Hellmig gehören jedenfalls zu jenen Jagdfreunden, die weit über den eigenen Gartenzaun hinaus schauen und für die Ausbildung und den guten Ruf gehorsamer und brauchbarer Jagdhunde das eigene Revier zur Verfügung stellen. Ein wesentlich größerer Prozentsatz der Jägerschaft steht Hunden im Revier mit einer völlig anderen Haltung gegenüber.
Ich nehme seit über 20 Jahren begeistert an Retrieverprüfungen aller Art teil und bringe jedem Revierherrn, der uns einlädt und unser Treiben wohlwollend betrachtet, größte Hochachtung entgegen.
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Diese Menschen tragen nicht nur dazu bei, dass wir unser Hobby als Sport oder in der Jagd ausüben können, sondern fördern die freundliche Annäherung von Hundeführern mit kontrolliert bewegten Vierbeinern an sensible Revierinhaber und Landeigentümer, ohne deren Entgegenkommen wir nicht einmal trainieren könnten.Über die persönlichen Kontakte einiger weniger werden diese Möglichkeiten den Clubs und ihren Mitgliedern zugänglich gemacht - darüber darf man ruhig bei jeder einzelnen Prüfung nachdenken, danke sagen und alles tun, um wiederkommen zu dürfen.
Sandra Ziegler hat das Startgeld von 240 Teilnehmern in vieler Hinsicht bestens angelegt - unter anderem auch für schöne Geschenkkörbe an die überaus großzügigen Reviergeber und ihre wichtigen Helfer - und hat damit und Hundeführern aus dem Herzen gesprochen. Danke auch Dir, liebe Sandra, und Deinem Team, das immer vorhanden war, wenn es gebraucht wurde, immer freundliche Hinweise oder Auskünfte gab, insgesamt ein echtes Wohlfühl-Team, das ganz offensichtlich auch von der Landersmutter der LG-Südwest, Petra Beringer, m it viel Herzblut und Eigenengagement getragen wurde.
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Ich war gespannt gewesen, wie man so viele Starter in annehmbarer Zeit durch die Stationen schleusen würde, und begeistert von der Lösung: Eine Woche von der Prüfung wurden zu den sechs vorhandenen noch vier weitere Richter eingeladen, so dass der Zwei-Klassenstart am Sonntag für die F und O in verschiedenen Revierteilen mit je fünf Richtern stattfinden konnte. Eine geniale Idee, die zusätzlich durch ausgezeichnet abgesprochene Aufgaben einen flotten Prüfungsverlauf ermöglichte. Die Richter waren sich offensichtlich sowohl in der F, als auch in der O einig, dass die Tests ähnlich lange dauern und für das Gros der jeweiligen Klasse machbar sein sollten. Viele A-Teilnehmer hatten diesen Eindruck auch am Samstag gehabt - ausgewogene, gut machbare Aufgaben, die das abdeckten, was ein A-Hund können sollte.
Mein F-Hund ist erst seit kurzem in dieser Klasse, konnte aber in der A viel Erfahrung sammeln und ist sorgfältig aufgebaut, so dass er auch ein wenig Stress aushält. Er steht aber noch keineswegs mit einem Bein in der Open, und daher war ich froh, dass die Richter ihre Tests so gestellt hatten, dass man bei einem eventuellen Durchhänger nicht gleich einen merkbaren Trainingseinbruch befürchten musste. Die blinds wurden durchwegs mit Schuss bezeichnet, die Markierungen waren ausgezeichnet geworfen, exzellent durchdacht, was Windverhältnisse oder Hindernisse auf dem Weg zum Dummy betraf, oder auch sichtige Flugbahnen mit nicht sichtigen Fallstellen unter Ausnützung der Geländeneigung oder des Bewuchses. Ich gehörte zu sechs Teilnehmer, die am Sonntag sowohl einen F- als auch einen O-Hund führten und als eigene kleine Gruppe erst alle F-, dann alle Open-Stationen durchlief.
Wir begannen mit der Doppelmarkierung bei Aufgabe 5 von Lynn Stringer, die ihren einzigen Helfer jagdnah einsetzte, indem sie ihn hinter einer Baum-Busch-Hecke postierte und dort erst Dummy Nummer eins über das dahinter liegende Feld “schießen” ließ, bevor er auf unsere Seite wechselte und einen ungeheuren Wurf zu unserer Linken tat, ins leicht abfallende Feld, so dass die Fallstelle nicht genau zu sehen war.
Unsere Gruppe hatte echt internationale Flair und so wechselte die Sprache ständig von Deutsch zu Italienisch oder Englisch, um die Verständigung zwischen den beiden Italienerinnen, zwei Deutschen, einer Schweizerin und mir als Österreicherin am Laufe zu halten. Wir meisterten die Doppelmarkierung durchwegs gut und setzten bei Aufgabe 1 von Gabi Kühlem mit einem beschossenen blind im Wald fort. Der Hund sollte diagonal durch die hohen Bäume zu einer umgefallenen Fichte in etwa 40m Entfernung geschickt werden, hinter der das Dummy lag. Gabi Kühlem biss wahrscheinlich mit mir die Zähne zusammen, als ich meinen Hund nach einem exakt gesetzten Stopp-Pfiff am linken Rand des Baumstammes ein Handsignal nach rechts gab und mein “out” eher einem “au” glich,,, sie hatte nach einer schweren Schulterverletzung noch immer ihren rechten Arm in der Schlinge, während ich mit zwei gebrochenen Rippen am Start stand... aber mein Labrador wusste von all dem nichts, knallte zackig durchs Gest und war auch schon wieder mit dem Dummy im Fang auf dem Rückweg - uffa, gut gemacht, danke, good boy!
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Weiter ging es zu Aufgabe 2 von Betty Schwieren - was wird hier gemacht? Ein beschossenes blind und eine Markierung... oh, oh Vorsicht, immer wenn etwas so einfach klingt, gibt es jede Menge zu beachten... und tatsächlich, die Richterin holt uns aus dem engen Waldpfad ab und geht mit uns ohne Leine auf eine Wiese hinaus, zeigt rechts einen Schützen, den ein paar Meter innerhalb der Waldrands einen “Hasen” erlegt, was aber für uns nur durch den Schuss zu erahnen ist, dann umgedreht, nice and steady, und wir sehen links zwei Jäger, die über eine hohe Baumhecke hinweg einen Fasan erlegen, paff - da fliegt das Dummy in hohem Bogen hinter die Hecke auf die darunter liegende Wiese, die Fallstelle nicht zu sehen, hoffentlich rast mein Labradörchen nicht übers Ziel hinaus, nein er kommt genau im Wind an und taucht auch schon wieder mit seiner Beute auf - abgegeben - umdrehen zum blind, ordentlich ausrichten auf den hellen Baum etwa 40m schräg den Hang hinunter und back - pipp - out - ahhh, was ein Glück, das gute Witterung herrscht und der Hund hört... Fußarbeit, marking, steadiness, einweisen, bringen, es hat alles gepasst - auf Station 3, wo Petra Beringer uns mit einem verschmitzten Lächeln und vielsagendem Blick erwartet. Dort führt ein wahrlich wüster Dobel steil bergwärts, verwachsen, durch Steine, Löcher, Fallholz und Gest für Zweinbeiner kaum zu bewältigen... auf der linken Hügelkante ein kaum auszumachender Werfer, der eine einfache Markierung mitten in den Dobel wirft. Ein Geländehärte-Test, ok, das gehört eindeutig zu den Anforderungen, aber dennoch atmet man auf, wenn der Hund in gerader Linie über manches drüber, unter manchem durch, auf den punkt genau die Markierung holt und schnurgerade wieder heruntersaust! Klasse, so hatte Petra sich die Sache vorgestellt - wir strahlen beide! Detlev Henrich hatte bei Station 4 eine Aufgabenfolge erdacht, die ihm wichtige Retrievereigenschaften klarlegte: vom Waldweg bergwärts sollten aus einem begrenzten Suchengebiet von 25 x 25 m in einem ziemlich verwilderten Wald zwei Dummies geholt werden. Allerdings wurde bei der Rückkehr mit dem ersten Dummy im Rücken des Hundeführers in ca. 40m Entfernung vom Feldrand über einen Gestrüpphaufen eine Markierung in den angrenzend abfallenden Wald geworfen, die nach dem zweiten blind als memory zu arbeiten war.
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Keine Frage, dass es hier von Fußarbeit bis steadiness, Lenkbarkeit, Suchenwille, Arbeitsfreude, Markierfähigkeit und style einiges zu beurteilen gab - eine sehr schnelle Aufgabe, die konzentriert durchgearbeitet werden konnte und viel Spaß gemacht hat!
Mein F-Hündchen hatte es geschafft, ich war vollauf zufrieden mit ihm.
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Unsere kleine Gruppe eilte zu den Autos, die dort wartenden Hunde durften schnell ein Bein heben und weiter ging es mit den Open Startern.
Die Open. Die Klasse, in der angeblich alles erlaubt ist. Die Richter hielten sich an das Nachstellen möglicher Jagdszenen und daher schien manches ein wenig einfacher, manches ein wenig schwieriger, eben ganz so, wie es an einem Jagdtag vorkommt. Da braucht man schon einen Hund, der ein relativ einfaches Voran (bei Henny Marcussen lag das blind ca. 130 bis 150m über einen Acker hinweg in einem verwucherten Graben) so beherrscht, dass er nicht auf der anderen Seite des Suchgebietes wieder aus dem Dickicht schießt und den Gegenhang absucht, sondern eben lenkbar im angegebenen Bereich bleibt. Ähnliches war bei der Aufgabe von Jürgen Laux gefordert, wobei sich hier die Hunde noch eine Markierung auf etwa 150 m im Altgras zu merken hatten, die genau mit dem Wind im Rücken zu arbeiten war - interessant zu beobachten.
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Malcolm Stringer ließ seinen Schützen über einen ebenen Acker hinweg auf ein blind in einen dicht bewachsenen Graben schießen und siehe da, einige Hunde richteten sich mehr nach dem Schützen, als nach der Einweisrichtung. Werner Haag wiederum wollte doch auch ein wenig über die Belastbarkeit der top dogs wissen und ließ uns jeweils zu dritt auf einem Feld antreten, das auf zwei Seiten von Blumen und Büschen umgeben war, aus denen es nur so knallte, während die Treiber Dummies vorne, seitlich und hinter uns warfen. Glücklicherweise konnte das die Hunde unserer Gruppe nicht erschüttern. Sie wurden für ihre Gelassenheit durch eine weite Markierung aus dem gebiet heraus über den Weg in ein anderes Feld über eine Kuppe hinweg belohnt. Hier berechneten unsere Hunde die Fallstelle gut, oder sie liefen auf der richtigen Windseite und schwenkten in die Witterung - gute Arbeit!
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Oliver Kiraly fand, dass eine Open ohne line keine Open sei und stellte jeweils vier Hunden klassische Diagonalaufgaben.
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Erst eine Markierung vom Werfer rechts nach rechts außen, die für den äußerst linken Hund gedacht war. Der musste jedoch warten, bis der äußerst rechte Hund diagonal links über das Feld am Waldrand ein blind geholt hatte. und so weiter - was natürlich für die nachfolgenden Hunde bedeutete, dass sie irgendwann entweder über eine alte Fallstelle hinaus auf ein blind mussten, oder in Linie auf das bereits geholte blind eine kurze Markierung zu arbeiten hatten.
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Nett gemacht - Konzentration war hier oberstes Gebot! Nun ja, wie in der gesammten Prüfung, wie immer...
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Nur durchwegs makellos arbeitende Hunde konnten in diesem riesigen Starterfeld ganz vorne punkten und ernteten am Abend höchst verdient einen wahren Beifallrausch.
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Wir saßen später noch im kleinen Freundeskreis beisammen, einige meiner ältesten (Retriever)freunde hatten wie ich ihre langen Heimreisen auf den Montag gelegt, und es war einfach schön, gemütlich, herzlich – wie in alten Zeiten, ein gutes Gefühl für ein gutes Working Test Miteinander auch in der Zukunft.
Helene Leimer mit Edison of Dukefield und Holway Monty Pass
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